Oder: Wie ich zum 16. Präsidenten von Amerika wurdeNicht lesen, nur gucken? Klicken sie dem Präsidenten ins GesichtAbraham Lincoln sagte einst:"Whatever you are, be a good one!"Weise Worte, an die ich mich bereits hielt, bevor ich so viel über diese beeindruckende Persönlichkeit erfahren durfte."A good One", das wollte ich sein, als Deborah Theiss, die Marketingdirektorin der Wiechmann Tourism Service GmbH meine Dienste anfragte. Die Aufgabe war erschreckend klar: "Wir brauchen für die ITB in Berlin einen Abraham Lincoln an unserem Messestand. Aber nicht einfach einen Bart ankleben undherumstehen, es muss ein richtiger Lincoln sein!"Diese Art Herausforderungen liebe ich! (Wenn ich erst einmal darüber geschlafen habe, gebe ich zu)Die Wiechmann Tourism Service GmbH ist die deutsche Vertretung verschiedener US-Bundesstaaten in Deutschland, darunter auch Illinois, dessen Hauptstadt Springfield ist. Springfield berühmtester Einwohner war niemand geringeres als der 16. Präsident der Vereinigten Staaten, Abraham Linco––ln. Und da dieser Herr nächstes Jahr seinen 200. Geburtstag gefeiert hätte, wollte Timothy J. Davlin, amtierender Bürgersmeister von Springfield auf der ITB 2008 auch ordentlich darauf aufmerksam machen. Keine Frage, im Jahr 2009 dürfte dieser wunderschönen Stadt eine 365 Tage andauernde Party ins Haus stehen.Wie bin ich also herangegangen?Die große Schwierigkeit und zugleich auch ein angenehmer Spielraum: Kein Mensch auf Erden hat je gesehen, wie sich dieser Mann bewegt hat, keiner hat gehört, wie er redet.Es gibt Bilder, aber auch diese können trügerisch sein. Sehen Sie sich die Alben Ihrer Großeltern an, diese Leute schienen nie zu lachen. Weit gefehlt, es war damals eben auf Bildern einfach völlig unvorstellbar, Emotion zu zeigen, alles war gestellt! Lincoln hat keine heute lebenden Verwandten, also ist auch dieser Weg eine Sackgasse. Trotzdem, Menschen haben Erwartungshaltungen, diese sind zwar oft falsch, aber ich muss ihnen entsprechen, um den Wiedererkennungswert zu erzielen. Wussten Sie zum Beispiel, dass Lincoln nur die kürzeste Zeit seines Lebens einen Bart trug? Aber stellen Sie mal einen Lincoln ohne Bart dar. Das kauft Ihnen keiner ab!Aussehen:Natürlich, eine Maskenbildnerin war von Nöten. Ich bin sehr gut in Sachen Make Up, das bedeutet aber auch, dass ich weiß, wo meine Grenzen sind. Die Aufgabe war, in direktem Kontakt mit Menschen zu ge-hen, also auch noch aus 30cm Distanz glaubwürdig auszusehen. Ein Bühnen Makeup ist hier vollkommen fehl am Platz.Die Frau, die hier eine fantastische Arbeit geleistet hat, ist die Berliner Maskenbildnerin Anna Stargardt!Rollenstudium: Wenn man nicht nur wie jemand aussehen soll, sondern auch in Sprachgebaren, Verhalten, Mimik und Gestik überzeugen will, muss man diese Person so gut als irgend möglich kennen. Also habe ich vier Wochen lang die Biographie Abraham Lincolns studiert. Woher kam er? Was sind seine Wurzeln? Über welche Bildung verfügte er? Womit verdiente er seinen Lebensunterhalt? Was waren seine Ziele und Ideale? Welche Art von Humor besaß er? Ja, besaß er überhaupt welchen? (Sie würden Sich wundern, dieser oft etwas asketisch wirkende Herr war nicht zuletzt wegen seiner Geselligkeit und seiner feinen Spitzen beliebt) Daraus ergibt sich nach und nach ein Bild, der Charakter entsteht vor meinem Auge. Ich bekomme ein Gefühl, was für eine Art Mensch er war.Selbstverständlich musste ich auch Fakten lernen. Die ITB ist an einem Tag nur "Business to Business" geöffnet, das bedeutet, dass ich mich auf Interviews mit der Fachpresse einstellen musste. Und es kam mehr als einmal vor, dass mein Wissen mehr oder weniger ofensichtlich geprüft wurde. Zweisprachigkeit:Dies war eine grundlegende Voraussetzung, denn Presse als auch Messebesucher erwarten zwar einen fließend englisch sprechenden Lincoln, unser Erfolg wäre allerdings drastisch geringer ausgefallen, wenn ich nicht zu Deutsch hätte wechseln können, denn die Mehrheit der Besucher waren Deutsche.Zitate:Sehr geholfen haben mir im Übrigen die zahlreichen Zitate Lincolns.Zitate sind grandios, sie geben einem viele wertvolle Informationen über die Wortwahl einer Person, aberin noch viel höherem Masse über ihre Art zu denken.Lincoln zum Beispiel war ein pragmatischer Mensch, ein Mann, der viel und hart arbeiten musste. Geboren und aufgewachsen in einer Waldhütte irgendwo mitten in der Wildnis von Kentucky. Ein großer Autodidakt, der eigenen Angaben zufolge gerade mal ein Jahr lang die Schule besucht hat.Seine Zitate zeugen zum einen von diesem Bodenständigen, es ist aber auch deutlich zu erkennen, wie weit er zu blicken vermochte.Mein Fazit:Ich habe meine Performance auf der ITB in Berlin sehr genossen, habe viele sehr angenehme Kontakte geknüpft, durfte in einem hervorragendem Team agieren. Besonders positiv wird mir das Feedback der Zuschauer und Besucher in Erinnerung bleiben. Ich habe, so kommt es mir vor, eine Lichtgestalt verkörpert, die auf der ganzen Welt Bewunderer zu haben scheint. Geschäft ist nicht alles, aber Folgeauftritte sind bereits geplant. Und ich freue mich darauf!Als kleiner Gimmick für GZSZ Freunde: In der Galerie finden Sie ein Bild von mir mit den ehemaligen GZSZ-Schauspielern Arne Stephan und Maike von Bremen, zwei ganz arg sympathische Kollegen!Genug der Worte, viel Freude beim Betrachten der BilderANDREAS KONZACK IST ABRAHAM LINCOLN